Organische Ursachen der Erektilen Dysfunktion

Die organischen Ursachen der ED stehen in Zusammenhang mit dem Alterungsprozess oder einer Krankheit.

An allererster Stelle stehen die kardiovaskulären Erkrankungen. Dabei handelt es sich um  Kardiopathien, koronare Herzerkrankungen, Arteritis, Bluthochdruck und Atherosklerose, die durch ihren Einfluss auf die Gefässerweiterung die Blutzufuhr in den Penis und somit die erektile Funktion beeinträchtigen.  40% der erektilen Dysfunktionen sind auf diese Faktoren zurückzuführen.

Die Wahrscheinlichkeit, eine schwere erektile Dysfunktion zu entwickeln, ist für einen männlichen Blutdruckpatienten, dessen systolischer Blutdruck (die erste Zahl) über 140 mm Hg liegt,  doppelt so hoch wie für einen Mann mit normalem Blutdruck.

Ein von der Norm abweichender Cholesterinwert ist ein ernster Risikofaktor. Die Cholesterinablagerungen an den Gefässwänden verkleinern den Durchmesser der Arterien, was eine  reduzierte Blutzufuhr zu den Schwellkörpern des Penis zur Folge hat

Diabetes ist ein schwerwiegender Faktor bei der erektilen Dysfunktion, da er zum frühzeitigen Verschleiss der Blutgefässe (kardiovaskuläre Erkrankungen) und Nerven (Neuropathie) führt.

422 Millionen Menschen weltweit leiden an Diabetes, vier Mal mehr als vor 40 Jahren (gemäss WHO 2016). Die erektile Dysfunktion ist häufiger zu beobachten als Augen- und Nierenschäden und betrifft 35 bis 75% der Diabetiker. Sie macht sich früh bei Patienten des Typs 1 (insulinabhängig) bemerkbar. Das Risiko erhöht sich für ältere Patienten oder bei einem schlecht eingestellten Diabetes.

Es ist daher wichtig, eine verminderte Erektionsfähigkeit mit seinem Arzt zu besprechen, damit eine Behandlung möglichst früh beginnen kann.

 Neurobiologische Krankheiten wie Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Alzheimer und ein Schlaganfall können ebenfalls Ursache für erektile Dysfunktion sein.

Die erektile Dysfunktion muss als ernstes Warnzeichen für eine sich entwickelnde Gefässkrankheit angesehen werden und kann auch ein erstes Indiz für einen Typ-2-Diabetes oder beginnende Multiple Sklerose sein.

Deshalb ist es so wichtig, bei häufigen sexuellen Pannen zu konsultieren und darüber zu sprechen.


Auch Verletzungen der Erektor-Nerven nach einem chirurgischen Eingriff, einer Radiotherapie oder infolge eines Traumas können zu Schwierigkeiten  bei der Erektion führen oder sie gar nicht mehr ermöglichen.

Chirurgische Eingriffe gehören somit auch zu den häufigen Ursachen der erektilen Dysfunktion : Chirurgie der Prostata, der Blase (Zystektomie) oder des Rektums (Abdomino-perineale Resektion) oder auch Gefässchirurgie im Bauchraum.

Prostatakrebs, der heute am häufigsten diagnostizierte Krebs beim Mann, kann eine radikale oder partielle Prostatektomie, oder sogar eine Brachytherapie erforderlich machen. Die Folge ist, unabhängig von der Behandlung, ein, in den meisten Fällen vorübergehendes, Ausbleiben der Erektion.
Die Erektornerven befinden sich in der Nähe der Vorsteherdrüse und die Chirurgen schneiden oft weiträumig heraus, um nicht zu riskieren, dass Krebsgewebe bestehen bleibt.
Die Früherkennung des Prostatakrebs nimmt zu (50% vor dem Alter von 60 Jahren), weshalb das Sexualleben einer immer grösseren Zahl von Paaren davon betroffen ist.
Nach der Krebsbehandlung wird das Verlangen nach sexueller Aktivität wieder zum prioritären Thema. Nicht selten vergehen 2 Jahre bis sich erneut eine qualitativ befriedigende Erektion einstellt.
Die erektile Funktion kann durch therapeutische Massnahmen schneller wiederhergestellt werden.

 Die Radiotherapie kann ebenfalls für die erektile Dysfuktion verantwortlich sein, da durch die Bestrahlung die Blutgefässe in Mitleidenschaft gezogen werden.
Jede Radiotherapie bei Krebs im Bauch-Becken-Raum hat in 20 bis 75% der Fälle eine erektile Dysfunktion zur Folge.
Nach der Radiotheapie sollte die nicht nur den Krebs betreffende ärztliche Überwachung auch mit einer Frühbehandlung und –erkennung der spezifischen radiotherapeutischen Komplikationen, wozu auch die erektile Dysfunktion gehört, einhergehen.

 Körperliche Verletzungen können ebenfalls eine Ursache für Erektionsstörungen sein.
So kann beispielsweise ein Beckenbruch in Verbindung mit einer Verletzung der Harnröhre eine erektile Dysfunktion hervorrufen, aufgrund des in Mitleidenschaft gezogenen neurovaskulären Systems.

Verletzungen des Rückenmarks nach Unfällen sind ebenfalls eine Ursache für die ED. Je nach betroffener Markzone sind Erektion und Ejakulation mehr oder weniger modifiziert. Bei nicht vollständiger Verletzung des Rückenmarks ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass die Erektionsfähigkeit erhalten bleibt.

Nachweislich haben Mikroverletzungen im Dammbereich, wie das bei Radprofis zu beobachtende chronische Komprimierungssyndrom, Auswirkungen auf den Pudendusnerv mit daraus resultierender Erektionsstörung, die sich darin äussert, häufig oder ständig eine für den Sexualakt ungenügende Erektion zu erreichen und zu halten, bzw. überhaupt nicht mehr zur Erektion zu gelangen.

Somit sind Verletzungen eine häufige Ursache für den plötzlichen und oft definitiven Verlust der Erektionsfähigkeit.
 

Eine medizinische Behandlung kann Ihnen wieder zu einer normalen Erektion und einer erfüllenden Sexualität verhelfen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.